A man walks past BNP Paribas bank Fred Dufour/Getty Images

Die verlorene Lehre aus der Finanzkrise

LONDON – In diesem Monat vor zehn Jahren entschloss sich die französische Bank BNP Paribas, den Zugang der Anleger zu Geldern, die diese in drei Fonds eingezahlt hatten, zu begrenzen. Es war das erste laute Signal der finanziellen Belastungen, die die Weltwirtschaft ein Jahr später ins Trudeln bringen würden. Die Politiker in den hochentwickelten Volkswirtschaften jedoch wurden von den massiven wirtschaftlichen und finanziellen Verwerfungen, die Ende 2008 hochkochen und bis Anfang 2009 anhalten sollten – und die die Welt an den Rand einer verheerenden mehrjährigen Depression brachen – völlig überrascht. Sie hatten den Krisen in den Schwellenländern eindeutig nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt.

Jeder, der Finanzkrisen in Entwicklungsländern erlebt oder sich damit befasst hat, wird sich ihrer kennzeichnenden Merkmale schmerzlich bewusst sein. Zunächst einmal kann die Entwicklung von Finanzkrisen, wie der verstorbene Rüdiger Dornbusch argumentierte, sehr lange dauern, aber wenn sie einmal ausbrechen, neigen sie dazu, sich sehr rasch, weit, gewaltsam und (scheinbar) willkürlich zu verbreiten.

Bei diesem Prozess aufeinanderfolgender Zusammenbrüche wandelt sich die Finanzlage in kurzer Zeit von fantastisch zu katastrophal. Private Kreditinstitute, die unzerstörbar schienen, werden in die Knie gezwungen, und Notenbanken und Regierungen werden mit schwierigen und per se unsicherheitsbehafteten politischen Entscheidungen konfrontiert. Zudem müssen die politischen Entscheidungsträger auch das Risiko eines plötzlichen Aussetzens der Wirtschaftsaktivität berücksichtigen, das verheerende Folgen für die Beschäftigung, den Handel und die Investitionstätigkeit haben kann.

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