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Antisemitismus von links

NEW YORK – Der ehemalige Londoner Bürgermeister und linke Politiker Ken Livingstone wurde aus seiner Partei ausgeschlossen, da er behauptet hatte, in den frühen 1930ern sei Hitler Zionist gewesen. Laut Livingstone habe Hitler, „bevor er verrückt wurde und sechs Millionen Juden tötete“, lediglich versucht, sie aus ihren eigenen Ländern nach Palästina zu vertreiben. Und dies hat ihn angeblich zum Zionisten gemacht.

Historisch betrachtet ist dies Unsinn: Hitler hat Palästina als jüdischen Staat nie gefördert. Und die Folgerung, der Hass des Führers gegen die Juden habe ihn auf die Seite derjenigen Juden gebracht, die ihren eigenen Staat aufbauen wollten, um dem gewalttätigen Antisemitismus zu entkommen, ist bestenfalls widerwärtig.

Aber als Livingstone zu seiner Verteidigung sagte, ein echter Antisemit „hasst nicht einfach nur die Juden in Israel, sondern auch seine jüdischen Nachbarn. […] Es ist eine physische Abneigung“, hat er es vermutlich ernst gemeint. Hass auf die Juden in Israel sei demnach in Ordnung, da sie ja „Zionisten“ seien und das Gefühl nicht aus dem Bauch kommt. Jeremy Corbyn, der linke Anführer der Partei Livingstones, hat es sicher nicht weniger ernst gemeint, als er sagte, die Linke könne gar kein Problem mit Antisemitismus haben, da Labour immer schon „antirassistisch“ gewesen sei.

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