Von Wasser und Klima

MALMÖ – „Jeder weiß“, dass man täglich acht Gläser Wasser trinken sollte. Schließlich ist das der Rat, den man von vielen medizinischen Autoren bekommt, ganz zu schweigen von Behörden wie dem britischen National Health Service. Gesund zu leben bedeutet heute, Wasserflaschen mit sich herumzutragen, ständig daran zu nippen und zu versuchen, unser tägliches Pensum zu trinken, damit wir hydriert und gesund bleiben.

<><>Tatsächlich trinken wir häufig, ohne Durst zu haben, doch so sollte das auch sein: Wie der Getränkehersteller Gatorade uns versichert, „weiß Ihr Gehirn vielleicht vieles, aber es weiß nicht, wann Ihr Körper Durst hat.“ Es ist zwar nicht angenehm, so viel zu trinken, aber Powerade gibt folgenden weisen Rat: „Sie können Ihren Darm daran gewöhnen, mehr Flüssigkeit zu tolerieren, wenn Sie Ihre Flüssigkeitsaufnahme allmählich steigern.“

Nun berichtet das British Medical Journal, dass diese Behauptungen „nicht nur Unsinn sind, sondern gründlich widerlegter Unsinn.“ Dies ist in der medizinischen Fachwelt spätestens seit 2002 allgemein bekannt, denn da veröffentlichte Heinz Valtin, der an der Dartmouth Medical School Professor für Physiologie und Neurobiologie ist, die erste kritische Überprüfung der Belege für das Trinken von viel Wasser. Er kam zu dem Schluss, dass es nicht nur „keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass wir so viel trinken müssen, sondern dass die Empfehlung schädlich sein könnte, weil sie sowohl eine potenziell gefährliche Hyponatriämie herbeiführen als auch die Schadstoffaufnahme steigern könnte und zudem bei vielen Menschen Schuldgefühle hervorruft, weil sie meinen, nicht genug zu trinken.“

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