Lasst die Entwicklungsländer entscheiden

CAMBRIDGE – Für die Entwicklungsländer zeichnet sich in der gegenwärtigen Krise ein Hoffnungsschimmer ab, denn sie werden in den für die wirtschaftliche Globalisierung zuständigen Institutionen letztlich viel größeres Mitspracherecht haben. Wenn sich der Staub gelegt hat, werden China, Indien, Brasilien, Südkorea und ein paar andere Schwellenländer größeren Einfluss auf die Führung multilateraler Wirtschaftsinstitutionen haben und besser in der Lage sein, Reformen in ihrem Interesse voranzutreiben. 

Dafür gibt es zwei miteinander in Beziehung stehende Gründe. Erstens hat die Finanzkrise die USA und Europa geschwächt. Sie werden nicht willens oder nicht in der Lage sein, jene Art von Führerschaft an den Tag zu legen, die den Multilateralismus in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg aufrechterhielt. Diese Lücke werden die Entwicklungsländer auffüllen müssen.

Zweitens wird sich das relative Gewicht und die Bedeutung der Entwicklungsländer in der Weltwirtschaft noch vergrößern. Viele der führenden Finanzinstitutionen des Westens – die nicht verstaatlicht wurden – sowie einige wichtige Industriebetriebe werden vom Kapital aus China oder den Golfstaaten abhängig bleiben. Im Bereich des Handels haben die aktuellen Verhandlungsrunden gezeigt, dass die reichen Nationen den Entwicklungsländern die Gestaltung der Spielregeln überlassen müssen, wenn man ihre Kooperation erreichen möchte.

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