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Zehn Jahre quantitative Lockerung

NEW HAVEN – Im November 2018 jährt sich die Einführung der quantitativen Lockerung (QE) – des unzweifelhaft kühnsten geldpolitischen Experiments der modernen Notenbankgeschichte – zum zehnten Mal. Das mit der QE einzig Vergleichbare war die vom damaligen Chairman der US Federal Reserve Paul Volcker orchestrierte Kampagne zur Inflationsbekämpfung der Jahre 1979-1980. Doch umfasste dieses frühere Bemühen eine deutliche Korrektur der Zinssätze im Rahmen der traditionellen Geldpolitik. Die Bilanzanpassungen mittels QE der Fed dagegen waren unkonventionelle Maßnahmen und ergo völlig unerprobt.

Das American Enterprise Institute (AEI) hat, um diesen bedeutsamen Meilenstein zu würdigen, vor kurzem ein Symposium abgehalten, bei dem der Architekt der QE, Ben Bernanke, mit dabei war. Was folgt, sind einige Anmerkungen, die ich im Rahmen einer begleitenden Podiumsdiskussion machte und die sich auf die aus der QE gezogenen Lehren konzentrierten.

Die wichtigste Lehre betrifft die Wirksamkeit – die Verknüpfung zwischen der Politik der Fed und ihren vom US-Kongress aufgestellten Zielen möglichst hoher Beschäftigung und Preisstabilität. In diesem Punkt fällt das Urteil über die QE gemischt aus: Die erste Tranche (QE1) war sehr erfolgreich dabei, 2009 eine schmerzhafte Finanzkrise aufzuhalten. Doch die sich anschließenden Runden der QE (QE2 und QE3) waren deutlich weniger effektiv. Die Fed war dem Irrtum aufgesessen, dass das, was während der Krise funktioniert hatte, danach gleichermaßen gut wirken würde.

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