0

Lateinamerikas widerstandsfähiger Häusermarkt

New York – Die Folgen des GAUs bei den Subprime-Hypotheken in den USA haben die globalen Märkte erreicht, und so stellt sich die Frage, ob einer der positivsten Trends in Lateinamerika – die Expansion der lokalen Kreditmärkte, die den Zugang zum Wohnungseigentum in der Region enorm gesteigert hat – davon in Mitleidenschaft gezogen werden wird.

Große multinationale Banken und Hypothekenbanken sind auf den lateinamerikanischen Märkten eingestiegen und bieten dort Finanzleistungen an, die Kreditnehmern ein besseres Risikomanagement ermöglichen. Diese Banken zapfen in kreativer Weise die Geldsendungen von Gastarbeitern, Mehrfamilienhaushalte und andere bisher übersehene potenzielle Quellen von Einnahmen und Kreditwürdigkeit an. In ganz ähnlicher Weise hat die Verbreitung von Mikrokrediten auch jenen Kreditnehmern, die bisher als nicht kreditwürdig galten, Kapital verfügbar gemacht.

Bisher hat die Subprime-Krise nur begrenzte direkte Auswirkungen auf die lateinamerikanischen Hypothekenmärkte gehabt. In Mexiko ist der Markt für neue Wohnungen für Personen mit niedrigem bzw. mittlerem Einkommen, dank der Schaffung eines Marktes für mit Wohnungshypotheken unterlegte Wertpapiere im Jahre 2003, rapide gewachsen. Allein im vergangenen Quartal gaben mexikanische Emittenten laut der Zeitschrift Asset Securitization Report neue hypothekarisch besicherte Wertpapiere im Wert von 1,5 Mrd. Dollar aus – einen erheblichen Anteil der sich im Umlauf befindlichen 4,4 Mrd. –, wobei nur ein kleiner Preisrückgang das global bedingte Risiko widerspiegelt. Die chilenischen Märkte sind ebenfalls relativ ruhig geblieben.

Diese Märkte sind deshalb teilweise vom internationalen Geschehen abgekoppelt, weil die meisten Investitionen in immobilienbesicherte Wertpapiere dort von örtlichen Anlegern getätigt werden, die oft in Märkten mit den lokalen Währungen investieren müssen. Vor allem aber unterscheiden sich Lateinamerikas Hypothekenmärkte und Wohneigentümer  stark von jenen in den USA.