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Reformprioritäten in Lateinamerika

SAN JOSÉ, COSTA RICA – Wir erkennen selten, dass die Ausgabenentscheidungen politischer Verantwortungsträger und internationaler Hilfsorganisationen durch einen Mangel an Wissen – oder Ignoranz, wenn man so will -  beeinträchtigt werden. Doch die Prioritäten werden oftmals aus dem Stegreif festgelegt ohne darüber nachzudenken, wie man den größtmöglichen Nutzen erzielt.

Vor Kurzem wurde ein seltener Versuch unternommen, die Qualität der Entscheidungsfindung in Lateinamerika und der Karibik zu verbessern. Die Consulta de San José in Costa Rica lud eine Gruppe führender Wirtschaftsexperten ein, eine Rangliste der Lösungen für die größten Herausforderungen der Region zu erstellen. Zum ersten Mal wurden Kosten und Nutzen von über vierzig verschiedenen Strategien einander gegenübergestellt. Die Ergebnisse waren überaus aufschlussreich.  

Drei Tage lang wurden den Experten Ausführungen über die größten Herausforderungen der Region vorgetragen. Es wurde klar, dass Politiker ihre Entscheidungen oftmals auf Grundlage begrenzten Wissens treffen. Sie investieren Geld in nicht erprobte Strategien.

So gibt es beispielsweise keinerlei Belege dafür, wie man die Qualität der Ausbildung an den Schulen verbessern kann. In Mexiko wurde kürzlich ein Programm eingeführt, das den Lehrern finanzielle Anreize und berufliche Weiterbildung bietet, aber Forschungsergebnisse zeigten keinerlei signifikante Auswirkungen auf die Bildungsergebnisse.