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Korruption – die Herausforderung Lateinamerikas

Bei der Korruption, die viele lateinamerikanische und karibische Nationen belastet, ist es schwierig, die Folgen von den Ursachen zu unterscheiden. Korruption begrenzt das Wachstum, aber geringes Wachstum fördert wiederum die Korruption und gestaltet es schwierig, die Effektivität des Staates zu verbessern. Auf jeden Fall ist Korruption allein nicht das Hauptproblem. Stattdessen symbolisiert und betont sie die zugrunde liegenden Schwächen in der Arbeitsweise des Staates und seiner Interaktion mit den Bürgern und Unternehmen.

Einige Institutionen sind von so grundlegender Bedeutung, dass sie entweder einen kompetenten und gerechten Staat hervorbringen, wenn sie gut funktionieren, oder einen korrupten, ungerechten und unfähigen Staat, wenn sie schlecht arbeiten. Die Säuberung zweier dieser Institutionen – des staatlichen Sektors und der Justiz – sollte für viele Regierungen in der Region eine Priorität darstellen.

Umfragen in El Salvador, Nicaragua, Bolivien und Paraguay im letzten Jahrzehnt haben gezeigt, dass Menschen, die Korruption ausgesetzt sind, weniger Vertrauen in das politische System haben und anderen Bürgern weniger trauen. Einige Nicaraguaner wurden gefragt, ob die Bezahlung von Bestechungsgeldern „die Erledigung von Dingen im Beamtenapparat erleichtert.“ Diejenigen, die der Meinung waren, dass Korruption funktioniert, hatten weniger Respekt vor der Rechtmäßigkeit des politischen Systems.

Eine gut funktionierende Bürokratie ist auch notwendig, weil sie zum Wirtschaftswachstum beiträgt. Wenige der wichtigsten Herausforderungen in dieser Region können erfolgreich gemeistert werden, wenn der Staat nicht in der Lage ist, komplexe öffentliche Programme zu verwalten.