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Lateinamerika: bei der US-Wahl vergessen

Berkeley – Während die Wähler in den Vereinigten Staaten das Rennen um die Präsidentschaft erschweren, können die Lateinamerikaner ihnen dabei zusehen und sich vorstellen, was Hillary Clinton, Barack Obama oder John McCain als Präsident für ihre Länder tun könnte. Welcher Kandidat ist am besten für Lateinamerika? Kommt es darauf an, ob Barack Obama oder Hillary Clinton zum Kandidaten der Demokraten gewählt wird? Und ist es wichtig, ob einer der beiden oder der Republikaner John McCain in diesem November gewinnt?

Jahrzehntelang bestimmte der Handel die Vorgehensweise der US-Außenpolitik in der Region, doch hatten einige Regierungen weiter reichende Pläne. Erinnern Sie sich an Jimmy Carters menschenrechtsorientierte Politik? Oder an die Ära des Interventionismus unter Reagan und Bush I, die je nach Standpunkt entweder die Region vor Revolutionären rettete oder notwendige Veränderungen unterdrückte?

Ob man sie mag oder nicht, Carters und Reagans Umgang mit Lateinamerika wies starke Kontraste auf. In den letzten 16 Jahren jedoch haben der demokratische Präsident Bill Clinton und der republikanische Präsident George W. Bush praktisch denselben Standpunkt vertreten: nichts als freier Handel.

Es gibt nur äußerst zaghafte Anzeichen dafür, dass die Senatoren Obama und Clinton oder sogar Senator McCain irgendwelche anderen Absichten hegen. Der Versuch, ihre Positionen zu bestimmen, um für einen der Kandidaten einzutreten, ist daher schwieriger, als zu erraten, wer die Weltmeisterschaft gewinnen wird.