putin Hannah Peters/Getty Images

Wird die Kertsch-Blockade Putin wieder groß machen?

MOSKAU – Millionen von Menschen haben kürzlich ein Video gesehen, auf dem ein Schiff der russischen Küstenwache in der Kertsch-Meerenge einen ukrainischen Schlepper rammt. Manche Russen hat diese Machtdemonstration sicherlich stolz gemacht – was dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gefallen mag. Aber bei vielen anderen löste dieser Film Angst vor einem waschechten Krieg in der Ukraine aus. Die meisten russischen Eltern schicken, wie alle anderen auch, ihre 18-jährigen Kinder lieber auf die Universität anstatt in den Kampf.

Die Theorie, Russland werde angegriffen, ist seit langem ein wesentlicher Bestandteil der Kreml-Propaganda. Putin präsentiert sich dabei als Kommandant der vom Westen – militärisch, wirtschaftlich und sogar sportlich – belagerten Festung. Diese Propaganda entstand 2012, als Putin zum dritten Mal Präsident wurde. 2014 nach der Annektierung der Krim erreichte sie einen Höhepunkt.

Und bis heute hat sie nicht abgenommen und wird es wohl auch nicht tun, so lange Putins Belagerungstheorie ihm weiterhin politische Vorteile bringt. Vor der Annektierung der Krim waren seine Zustimmungsraten im Keller, und danach stiegen sie auf über 80%.

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