Anadolu Agency/Getty Images

Die Gefahren hinter den Schlagzeilen

LONDON – Vor nicht allzu langer Zeit waren die einzigen Journalisten in Konfliktgebieten, denen bei ihrer Arbeit Schutz gewährt wurde, diejenigen, die bei reichen, vorwiegend westlichen Nachrichtenorganisationen angestellt waren. Diese Journalisten nahmen an teuren Kursen teil, die von ehemaligen Sondereinsatzkräften geleitet wurden und bei denen sie lernten, sich in feindlicher Umgebung sicher zu bewegen. Sie wurden mit Splitterschutzwesten, Helmen und Erste-Hilfe-Sets ausgerüstet.

Aber Journalisten aus anderen Teilen der Welt waren von dieser Sicherheitskultur ausgeschlossen. Von Mexiko und Brasilien bis Pakistan und Somalia werden Journalisten oft ungestraft ermordet. Und wenn der Botschafter zum Schweigen gebracht wird, stirbt meist auch die Botschaft.

Seit 15 Jahren führt das Internationale Institut für Nachrichtensicherheit eine Liste der Journalisten, die bei ihrer Arbeit zu Tode kamen – mit schockierenden Ergebnissen: Neun von zehn getöteten Reportern kamen bei Aufträgen innerhalb ihres Heimatlandes ums Leben. Zahllose andere mussten ihr Haus, ihre Arbeit und ihr Land verlassen, und viele von denjenigen, die bleiben, leben in ständiger Angst um ihre Sicherheit.

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