7

Regierung und Verwaltung im Informationszeitalter

ABU DHABI – Zum Jahresende ist es nur natürlich zu fragen, was vor uns liegt. Aber anstatt uns für 2014 zu interessieren, springen wir doch direkt in die Mitte des Jahrhunderts. Wie also wird unsere Regierung und Verwaltung im Jahr 2050 aussehen?

Diese Frage hat das Weltwirtschaftsforum (WWF) auf einem kürzlichen Treffen in Abu Dhabi gestellt, wo in drei politischen Szenarien, die von der weiter anhaltenden Informationsrevolution ausgehen, die Zukunft von Regierungs- und Verwaltungsformen betrachtet werden. Da diese Revolution bereits einige Länder und Gemeinschaften marginalisiert hat – und anderen neue Möglichkeiten öffnete – könnte die Frage gar nicht aktueller sein.

Im ersten Szenario der Teilnehmer wird die Welt durch so genannte „Megastädte“ bestimmt, wo Regierung und Verwaltung vor allem in großen städtischen Agglomerationen stattfindet. Die zweite Möglichkeit ist eine Welt, in der starke Zentralregierungen zur Verstärkung ihrer Kontrolle große Datenmengen zur Überwachung einsetzen. Und im dritten Szenario sind die Zentralregierungen durch und durch schwach, und alle Dienstleistungen werden durch Märkte – und die dort dominierenden Unternehmen – bereit gestellt.

Jedes dieser drei Szenarien ist eine Hochrechnung eines aktuellen Trends. Zwar könnten alle in mancherlei Hinsicht nützlich sein, aber sämtlich haben sie auch Eigenschaften, die, wenn sie nicht eingedämmt werden, zu dystopischen Ergebnissen führen können. Bereits heute müssen Politiker Maßnahmen treffen, die Trends wie Urbanisierung, elektronische Überwachung und die Zusammenlegung von Menschen in enge Gemeinschaften, die oft auf ihrem Verhältnis zu den Märkten beruhen, unter Kontrolle bringen.