18

Probleme in den hochentwickelten Ländern

NEW YORK: Die Ökonomie wird im englischen Sprachraum häufig als dismal science (trostlose Wissenschaft) bezeichnet, und während des letzten halben Jahrzehnts hat sie sich diesen Ruf in den hochentwickelten Volkswirtschaften ehrlich verdient. Leider dürfte sich daran im kommenden Jahr kaum etwas ändern.

Das reale (inflationsbereinigte) BIP pro Kopf in Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA ist heute niedriger als vor Beginn der Großen Rezession. Tatsächlich ist das BIP pro Kopf in Griechenland seit 2008 um fast 25% geschrumpft.

Es gibt ein paar Ausnahmen: Nach mehr als zwei Jahrzehnten scheint die japanische Volkswirtschaft unter der Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe Fortschritte zu machen, auch wenn Japan angesichts eines Erbes der Deflation, das bis in die 1990er Jahre zurückreicht, noch einen weiten Weg vor sich hat. Und in Deutschland war das reale BIP pro Kopf 2012 höher als 2007 – allerdings ist ein Anstieg von 3,9% in fünf Jahren wenig Grund, stolz zu sein.

Anderswo jedoch ist die Lage wahrhaft trostlos: Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone verharrt auf störrisch hohem Niveau, und die Quote der Langzeitarbeitslosen in den USA liegt noch immer deutlich über ihrem Stand vor Beginn der Rezession.