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Kann Trump den Euro retten?

BRÜSSEL – Europa wird gerade wieder auf die Probe gestellt, und dies gleich doppelt. Während die österreichischen Wähler verhindert haben, dass die Europäische Union ihren ersten rechtsextremen Staatschef bekommt, haben die Italiener ihrer Regierung einen schweren Schlag versetzt – und den Weg für die Machtergreifung populistischer Kräfte bereitet. Betrachtet man zusätzlich den Brexit, der erst in den Anfängen steckt, und die immer noch schwache Wirtschaftsleistung der Eurozone, kommt man zu dem Ergebnis, dass das Überleben der gemeinsamen Währung keineswegs garantiert ist.

Da für die vielen wirtschaftlichen Probleme Europas der letzten Jahre (von der doppelten Rezession bis hin zur langsamen und ungleichmäßigen Erholung) dem Euro die Schuld gegeben wurde, haben die nationalistischen, euroskeptischen und populistischen Bewegungen an Boden gewonnen. In Österreich konnten sie abgewehrt werden, aber Italien könnte ihnen zum Opfer fallen.

Die Entscheidung von Ministerpräsident Matteo Renzi, sein Versprechen einzulösen und nach der Ablehnung der von seiner Regierung vorgeschlagenen Verfassungsreformen zurückzutreten, hat die italienische Politik in Verwirrung gestürzt und wird wahrscheinlich zu vorgezogenen Neuwahlen führen. In einer Zeit erheblicher wirtschaftlicher Probleme – seit zehn Jahren stagniert die italienische Produktion, und die öffentlichen Finanzen des Landes stehen weiter auf unsicheren Füßen – könnten die Wähler von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, die eine Volksabstimmung über die weitere Mitgliedschaft in der Eurozone versprochen hat, tatsächlich in Versuchung geführt werden.

Soll das Aufbrechen der Eurozone verhindert werden, braucht Italien – ebenso wie die gesamte Währungsgemeinschaft – dringend einen wirtschaftlichen Aufschwung. Und dieser Aufschwung könnte tatsächlich durch den zukünftigen US-Präsident Donald Trump bewirkt werden.