Italys Prime Minister Giuseppe Conte looks on during a confidence debate at the Senate ANDREAS SOLARO/AFP/Getty Images

Selbstverschuldeter Populismus

ROM – Debatten über den Euro enthalten normalerweise Vorschläge über komplexe finanzielle Regelungen, um „Widerstandsfähigkeit“ gegen die nächste wirtschaftliche Erschütterung aufzubauen. Doch die Erschütterung, die wir gegenwärtig erleben, ist politischer Art. Überall in der Europäischen Union sind die Populisten auf dem Vormarsch, und EU-Gründungsmitglied Italien wird nun von einer euroskeptischen Koalition bestehend aus der populistischen 5-Sterne-Bewegung (M5S) und der nationalistischen Lega regiert.

Wie in jedem Fall, wenn in einem G7- oder EU-Land gegen das Establishment gerichtete Kräfte an die Macht kommen, lautet die Frage nun: Was kommt als Nächstes, und gibt es einen Weg zurück zur Normalität? Im Falle Italiens ist es für eine Antwort noch zu früh. Jedoch können wir in der Zwischenzeit über die Lehren nachdenken, die sich hieraus möglicherweise für die Versuche der Europäer ergeben, die populistische Flut aufzuhalten.

Die wichtigste Lehre ist, dass die europäischen Länder die heutige Auferstehung des populistischen Nationalismus und Hurrapatriotismus nur erfolgreich besiegen können, wenn sie zusammenarbeiten. Leider ähnelt die Reaktion auf die populistischen Erfolge bisher der in den 1930er Jahren zulasten der Nachbarn verfolgten Reaktion auf den Protektionismus: Jedes Land versucht, das Problem weiterzureichen, wodurch letztlich dann alle in Mitleidenschaft gezogen werden.

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