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Die reformistische Tradition des Islam

Der „Kampf der Kulturen", der zwischen dem Westen und der muslimischen Welt im Gange sein soll, und den viele in der zunehmenden Gewalt im Irak und in Saudi Arabien manifestiert sehen, verdeckt eigentlich andere Konflikte, die wahrscheinlich auf lange Sicht viel bedeutsamer sein werden. Eine dieser Kontroversen findet unter den Muslimen selbst statt. Dabei geht es um die Gestaltung von Reformen innerhalb ihrer eigenen Gesellschaften.

Die reformistische Tradition der Muslime - ihre Suche nach einem authentischen Weg, der die Traditionen des Islam mit der modernen Welt verbindet - ist geschichtlich tief verwurzelt und geht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals stellten muslimische Denker den Niedergang ihrer eigenen Gesellschaften der Dynamik Europas gegenüber. Dieser Vergleich war vor allem im Hinblick auf die europäischen Erfolge bei der Kolonialisierung großer Teile der muslimischen Welt besonders schmerzvoll. Überdies hoben muslimische Intellektuelle damals die „Dekadenz" der muslimischen Gesellschaften und ihre lähmende politische und soziale Korruption hervor.

Viele dieser frühen muslimischen Reformer waren Kleriker oder hochrangige Staatsvertreter, die unmittelbar mit dem Abstieg ihrer Gesellschaften konfrontiert waren. Noch bedeutsamer ist, dass diese Reformer einer kleinen Minderheit angehörten, die des schriftlichen Vermächtnisses des Islam kundig waren. Weit über bloße Koran-Rezitationen hinaus, strebten diese Männer nach der Teilnahme an den jahrhundertealten Diskussionen unter muslimischen Gelehrten über die angemessene Ordnung im muslimischen Leben. Dieses Wissen ermöglichte ihnen den Vergleich zwischen der unerfreulichen Situation zu ihrer Zeit und den Prinzipien und Intentionen früherer Generationen von Klerikern und Denkern.

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