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Ist die Reagan-Thatcher-Revolution vorbei?

CAMBRIDGE – Vor dreißig Jahren bewirkten Ronald Reagan und Margaret Thatcher sowohl in der Wirtschaft als auch im Bereich der auswärtigen Angelegenheiten eine Revolution im Denken und in der Politik. Ihr Handeln hat die Wirtschaftssysteme der Vereinigten Staaten und Großbritanniens grundlegend und nachhaltig verändert. Der Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa und in der ehemaligen Sowjetunion ist ebenfalls Resultat ihrer Politik.

Natürlich hatten Reagan und Thatcher immer ihre Kritiker, von denen einige nun glauben, dass die Weltwirtschaft zu einer Politik aus der Ära vor Reagan und vor Thatcher zurückkehren wird. Doch jeder, der sich an die amerikanischen und britischen Wirtschaftssysteme vor Reagan und Thatcher erinnert, und der weiß, welche Änderungen sie eingeführt haben, muss auch erkennen, dass sich die Welt nicht zurückdrehen kann.

Ich hatte das Glück als leitender Wirtschaftsberater des Präsidenten mit Ronald Reagan zusammenzuarbeiten. Aufgrund seiner engen Beziehungen zu Premierministerin Thatcher hatte ich zudem mehrfach Gelegenheit mit ihr zusammenzutreffen. Sie waren Revolutionäre in ihrem Denken und in ihrer Fähigkeit, andere zu motivieren grundlegende Veränderungen zu akzeptieren.

Als Reagan 1981 sein Amt übernahm, hatte er vier zentrale wirtschaftliche Ziele: Eindämmung der Inflation, Senkung der hohen Einkommensteuersätze, Verkleinerung der Regierung und die Deregulierung des privaten Sektors.