Ist der Keynesianismus tot?

Seit den Anfängen des Kapitalismus ging es mit der Marktwirtschaft immer wieder auf und ab. Zeiten der Hochkonjunktur wechselten sich mit Rezessionsphasen ab. Der Kapitalismus ist kein selbstregulierendes Wirtschaftssystem: Die Marktkräfte könnten, wie Keynes es formulierte, letzten Endes die Vollbeschäftigung in einer Volkswirtschaft wieder herstellen, aber auf lange Sicht sind wir alle tot. Für wirtschaftlich schlechte Zeiten machte Keynes klare Vorgaben: eine expansive Geld- und Steuerpolitik Vor allem der Steuerpolitik maß er besondere Bedeutung bei, wenn die Geldpolitik wirkungslos erschien.

In hoch entwickelten Volkswirtschaften sind die Theorien Keynes` die Grundlage für Wirtschaftsprognosen und politische Entscheidungen. Da seine Vorhersagen zutreffen, sind Wachstumsphasen länger und Abschwünge fallen milder und kürzer aus. Selbstverständlich wurden Theorie und Praxis mittlerweile verfeinert. Die Theorie der asymmetrischen Information bildet größtenteils das Mikrofundament der modernen Makroökonomie. Einige der einfachsten und bedeutendsten Grundsätze, die lange vor der Einführung dieser Mikrofundamente formuliert wurden, haben ihre Gültigkeit allerdings bis heute nicht verloren. Dazu gehört beispielsweise die Erkenntnis, dass vorübergehende Einkommens steuersenkungen weniger ausrichten, als zeitlich begrenzte Investitionsfreibeträge , die sich als extrem wirkungsvoll erweisen können.

Wir lernen sowohl aus Fehlern, als auch aus Erfolgen der Wirtschaftspolitik. Als der IWF in Ostasien groß angelegte Ausgabensenkungen forderte, ging die Produktion in diesen Ländern zurück - genau wie es die keynesianische Theorie vorhersagt.

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