Ist Frankreich unreformierbar?

Alles begann vor einem Jahr mit dem französischen „Nein“ beim Referendum über die Europäische Verfassung. Letzten Herbst ging es mit einer Welle der Gewalt in den Vorstädten weiter. Jetzt, nach wochenlangen Demonstrationen gegen den von Premierminister Dominique de Villepin zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit vorgeschlagenen „Erstanstellungsvertrag“ (CFE) rückt Frankreich wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit.

So unterschiedlich diese drei Ereignisse auch sind, sie veranschaulichen einige tief verwurzelte Merkmale des sozialen Lebens in Frankreich.

Erstens war es für Frankreich schwierig, sich den Anforderungen der Globalisierung zu stellen. Jenseits der landläufigen Unzufriedenheit über wirtschaftlichen Probleme, brachte die Mehrheit der französischen Wähler beim fehlgeschlagenen Referendum im Mai 2005 ihre Ablehnung der von der EU auferlegten Strategien zur Sicherstellung des freien Waren- Personen- und Kapitalverkehrs – und damit der Vorherrschaft des wirtschaftlichen Wettbewerbs – zum Ausdruck. In ähnlicher Weise war die Gewaltexplosion in den Vorstädten im letzten Herbst auch ein Zeichen der Frustration desorientierter junger Menschen angesichts der düsteren Aussichten für Menschen ohne Bildung und Ausbildung in einer modernen Ökonomie.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To access our archive, please log in or register now and read two articles from our archive every month for free. For unlimited access to our archive, as well as to the unrivaled analysis of PS On Point, subscribe now.

required

By proceeding, you agree to our Terms of Service and Privacy Policy, which describes the personal data we collect and how we use it.

Log in

http://prosyn.org/3nOj68O/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.