Ist Europas Wohnungsmarkt als Nächstes dran?

Eine Spekulationsblase auf dem amerikanischen Häusermarkt – teilweise durch so genannte „Subprime-Hypotheken“ angetrieben – war der Auslöser der derzeitigen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Doch die Blase ist nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt. In Europa sind die Eigenheimpreise während des letzten Jahrzehnts ebenfalls steil gestiegen, häufig sogar noch drastischer als in den USA. Dasselbe gilt für andere OECD-Länder und Schwellenmärkte, wo rasch steigende Einkommen die Preise für Vermögenswerte unter Druck gesetzt haben.

Tatsächlich haben die Preise für Eigenheime, von ein paar Ausnahmen (im Wesentlichen Deutschland und Japan) abgesehen, fast überall Stände erreicht, wie man sie bisher nicht kannte. Wie konnte es zu einem derart globalen Verlauf kommen, wo doch Immobilien die ortsfestesten aller Anlagewerte sind?

Jüngste Untersuchungen legen nahe, dass der weltweite Boom bei den Eigenheimen eng mit dem nie da gewesenen Anstieg der Liquidität bei den großen Zentralbanken verknüpft ist. Natürlich haben Finanzinnovationen wie die Kreditvergabe an Käufer, die sich normalerweise nicht für eine Hypothek qualifiziert hätten (schlechte Risiken), ebenfalls eine Rolle gespielt. Doch die Subprime-Hypotheken wären wohl nicht im selben Umfang vergeben worden, hätten die Zentralbanken nicht ein Umfeld mit reichlich Liquidität und dauerhaft niedrigen Zinsen geschaffen.

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