Iraks nächster Schock: Schocktherapie

Mit einer Ausnahme - dem tatsächlich eingetretenen militärischen „Sieg", der sich allerdings zunehmend wie ein Pyrrhussieg ausnimmt - ist Präsident Bushs irakisches Abenteuer von wiederholten Fehlschlägen gekennzeichnet. Bisher wurden so gut wie keine Anzeichen von Massenvernichtungswaffen gefunden, und dem amerikanischen Chefwaffeninspektor David Kay zufolge haben die Waffenlager entweder nie existiert oder sie wurden schon vor Jahren zerstört. Bush hat also die von Hans Blix und seinen UN-Waffeninspektoren gesammelten Daten einfach ignoriert, und die Beweise, auf die er seine Argumente für einen Krieg gründete, waren - so scheint es - im Wesentlichen gefälscht.

Schlimmer noch: Inzwischen ist klar, dass Bush nie einen Plan für die Zeit nach Kriegsende hatte. Statt Frieden und Demokratie wurde im Irak eine Situation geschaffen, die so gefährlich bleibt, dass Paul Bremer, der Leiter der amerikanischen Besatzer, die Instabilität als Begründung dafür angibt, warum demokratische Wahlen noch in diesem Jahr vermieden werden sollten.

Natürlich, an einigen Orten hat Amerika sich bemüht, für echte Ordnung zu sorgen - und hat damit gezeigt, was ihm im Irak wirklich wichtig war. Als Bagdad fiel, wurde das Ölministerium umgehend geschützt; die Plünderung von Museen und Krankenhäusern jedoch wurde hingenommen.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To read this article from our archive, please log in or register now. After entering your email, you'll have access to two free articles every month. For unlimited access to Project Syndicate, subscribe now.

required

By proceeding, you are agreeing to our Terms and Conditions.

Log in

http://prosyn.org/vuVSc32/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.