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Irans junge Garde

TEHERAN: Am 12. Juni gehen die Iraner an die Urnen, um einen neuen Präsidenten zu wählen. Und obwohl einige argumentieren, dass die Wiederwahl Präsident Mahmoud Ahmadinedschads ausgemachte Sache sei, ist das Ergebnis tatsächlich alles andere als klar.

Irans oberster religiöser Führer, Ajatollah Ali Khamenei, hat wiederholt öffentlich geäußert, dass er keine Wahlempfehlung für einen Kandidaten abgeben würde. So erklärte Khamenei am 21. März in Maschhad: „Es gab Gerüchte, dass ich bei den Präsidentschaftswahlen einen bestimmten Kandidaten unterstütze. Aber ich habe [nur] eine Stimme, und ich würde keinen bestimmten Kandidaten festlegen, weil die Menschen ihre Kandidaten auf der Grundlage ihres eigenen Wissens wählen sollten.“

Wie also wird das iranische Volk seine Stimmen verteilen? Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die Zusammensetzung der iranischen Wählerschaft bewusst machen. Da man ab einem Alter von nur 16 Jahren wahlberechtigt ist, hat der Iran ungefähr 48 Millionen Wahlberechtigte. Die Wahlbeteiligung liegt bei Präsidentschaftswahlen durchschnittlich bei 60-65%, d.h., es dürften rund 29 Millionen Stimmen abgegeben werden.

Analysten verweisen auf eine Reihe von Trennlinien beim Wahlverhalten, insbesondere die Kluft zwischen Stadt und Land und jene beim sozioökonomischen Status. Eine zentrale Determinante beim Wahlverhalten dürfte bei den anstehenden Wahlen zudem der Generationenwandel sein. Etwa 46% der Wählerschaft sind unter 30 Jahre alt. Bei früheren Wahlen lag die Beteiligung unter jüngeren Wählern höher als unter älteren, was einige zu der Einschätzung veranlasst hat, die Hälfte der Wähler dürfte der Altersgruppe zwischen 16 und 29 Jahren entstammen. Allein die Zahl potenzieller Erstwähler (16-19 Jahre) wird auf sechs Millionen geschätzt.