Die außenpolitischen Bemühungen des Iran

Eines der größten Defizite in der Welt von heute ist die Hartnäckigkeit, mit der sich Vorstellung von Geopolitik als Nullsummenspiel hält. In der Zeit nach dem Kalten Krieg erwartete man sich, dass Frieden und Stabilität mit anderen Mitteln gesichert werden würden. Aber nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 schlug das Pendel in Richtung eines „globalen Kriegs gegen den Terror“ aus, der in Wirklichkeit als Rechtfertigung für die Beibehaltung einer Mentalität des Kalten Krieges herangezogen wurde und als Argument für die Strategien des Präventivkrieges und Regimewandels diente, die allerdings bewirkten, dass sich Unsicherheit, Instabilität und der internationale Terrorismus verstärkten.

Man denke an mein Land, den Iran, der in den letzten 250 Jahren in kein anderes Land einmarschiert ist. Nach Jahrzehnten des Kampfes gegen Diktatur und Fremdherrschaft sicherten wir uns im Jahr 1979 durch die Schaffung eines politischen Systems unserer Wahl unsere Freiheit und Unabhängigkeit. Aber statt mit dem Iran auf Grundlage dieser neuen Realität freundliche Beziehungen aufzunehmen, versuchten die Vereinigten Staaten beständig ihre Vorherrschaft wiederherzustellen und stellten Saddam Hussein für seinen Krieg gegen mein Land in den 1980er Jahren massive diplomatische, finanzielle und militärische Hilfe zur Verfügung.

Der gegenwärtige Konflikt um das friedliche und rechtmäßige Atomprogramm ist Teil dieses Verhaltensmusters. Unter dem Deckmantel einer angeblichen Bedrohung durch die

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