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Das große Verhandeln mit dem Iran

STOCKHOLM – Langsam aber sicher erreichen die Gespräche zwischen dem Iran und der internationalen Gemeinschaft einen Punkt, bei dem es um Alles oder Nichts geht. Noch wichtiger aber ist, dass das Ergebnis einen Wendepunkt für den gesamten – und immer instabileren – Nahen Osten darstellen könnte.

Die Annäherung zwischen dem Iran und seinen Verhandlungspartnern bei den zentralen Nuklearthemen ist offensichtlich. Niemand glaubt mehr ernsthaft, dass der ein aktives Programm zur Entwicklung von Atomwaffen verfolgt, auch wenn es vor einiger Zeit noch als gesichert galt, dass Land stände kurz vor der Bombe.

Heute liegt der Schwerpunkt darauf, zu gewährleisten, dass der Iran, sollte er sich jemals für den Bau einer Nuklearwaffe entscheiden, dazu mindestens ein Jahr benötigen würde. Aber das Konzept einer „Durchbruchszeit“ ist zweifelhaft. Wenn das Vertrauen zusammenbrechen und das iranische Regime alle wichtigen internationalen Vereinbarungen kündigen würde, würde das Land mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Atomwaffe bekommen, selbst wenn es wiederholt selbst bombardiert würde. Der strategische Schwerpunkt einer „Durchbruchszeit“ ist damit falsch gesetzt.

Frei nach Henry Kissinger liegt der Schlüssel zum Fortschritt jetzt darin, dem Iran zu helfen, sich von einem Problemfall zu einem Land zu entwickeln. Das Land muss all seine menschlichen und materiellen Ressourcen entwickeln, um Teil einer Region zu werden, die sich weg von der Konfrontation hin zu Kooperation bewegt. Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht das Abkommen über die Nuklearthemen, aber wichtig ist auch ein glaubwürdiger Prozess zur Entwicklung der nötigen Handels- und Investitionsverbindungen zur Unterstützung des iranischen Wandels von der Isolation hin zur Integration.