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Ein Plädoyer für Frieden mit Iran

NEW YORK – Die Grundsatzeinigung im Atomstreit zwischen Iran und den fünf UN-Vetomächten (die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich, Frankreich, China und Russland) sowie Deutschland ist ein wichtiger Erfolg der internationalen Diplomatie. Die Anfang des Monats verkündete Einigung ist ein Triumph rationaler Hoffnung über irrationale Angst und verdient es, realisiert zu werden. Doch nun hat der Wettlauf gegen Hardliner in den USA, Iran, Israel und anderswo begonnen, die die Grundsatzeinigung zu Fall bringen wollen, bevor die Frist für ein endgültiges Abkommen im Juni verstreicht.

Die Grundsatzeinigung kommt allen Parteien zugute. Im Gegenzug für eine Beendigung der wirtschaftlichen Sanktionen schraubt Iran seine nuklearen Aktivitäten zurück, vor allem die Anreicherung von Uran. Die iranische Regierung wird auf Abstand zur Entwicklung einer Atombombe – die sie bestreitet – gebracht und erhält Spielraum für wirtschaftliche Erholung und eine Normalisierung der Beziehungen zu den Großmächten.

Es handelt sich um einen klugen, pragmatischen und ausgewogenen Ansatz, der an Auflagen zur Überwachung und Überprüfung gebunden ist. Die Einigung setzt nicht voraus, dass die iranische und die US-Regierung einander plötzlich Vertrauen; sie eröffnet jedoch eine Gelegenheit, Vertrauen aufzubauen, während sogar konkrete Schritte im jeweiligen Interesse beider Seiten möglich werden. Entscheidend ist, dass ein im Rahmen des UN-Sicherheitsrates verabschiedetes Abkommen völkerrechtlich bindend ist.

Indem die Hardliner der Idee Vorschub leisten, dass man der anderen Seite niemals vertrauen kann, befördern sie eine sich selbst bewahrheitende Theorie der Politik und der menschlichen Natur, die einen Krieg viel wahrscheinlicher werden lässt. Sie verbreiten Angst und verdienen es, auf die Reservebank gesetzt zu werden. Es ist an der Zeit, Frieden zu schließen.