infant south sudan ASHRAF SHAZLY/AFP/Getty Images

Unsichtbare Kinder

ABIDJAN – Ein Name, eine offizielle Identität und eine allseits anerkannte Nationalität: die meisten Menschen halten diese Dinge für ganz selbstverständlich. Doch für fast eine Viertelmilliarde Kinder weltweit, darunter dutzende Millionen Kinder in Afrika südlich der Sahara, gelten derartige Grundrechte als unerreichbarer Luxus.

Laut Angaben der UNICEF wurden die Geburten von etwa 230 Millionen Kindern unter fünf Jahren – etwa einem Drittel aller Kinder weltweit – niemals registriert. 59 Prozent dieser nicht registrierten Kinder leben in Asien und weitere 37 Prozent in Afrika südlich der Sahara. Sie alle wachsen auch für ihr eigenes Land „unsichtbar” auf.

Besonders akut präsentiert sich das Problem in bestimmten Ländern Afrikas: so verfügen beispielsweise in Somalia nur 3 Prozent der Kinder über offizielle Papiere, in Liberia sind es 4 Prozent und in Äthiopien 7 Prozent. Sowohl in Afrika als auch anderswo schwankt die Zahl der Geburtenregistrierungen aber auch innerhalb der Länder. In ländlichen Gebieten fernab von Verwaltungszentren geborene Kinder werden seltener registriert als diejenigen, die in Städten auf die Welt kommen. Auch das Einkommen spielt eine Rolle, wobei Kinder der ärmsten 20 Prozent der Haushalte viel häufiger durch verwaltungstechnische Lücken fallen. Noch weniger wahrscheinlich ist eine Geburtenregistrierung bei Kindern ethnischer Minderheiten oder im Falle von Flüchtlingsfamilien.

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