A logo at the Interpol Global Complex for Innovation building Roslan Rahman/AFP/Getty Images

Interpol als Mittel zur Unterdrückung?

LONDON – Nachdem in Spanien und der Ukraine aufgrund von Interpol-Meldungen Journalisten verhaftet wurden, kamen ernsthafte Zweifel über die Methoden dieser internationalen Polizeibehörde auf. Insbesondere für Mitarbeiter der Medien ist diese Entwicklung zutiefst verstörend.

Die Ereignisse in Spanien und der Ukraine sind keine Einzelfälle. Zunehmend missbrauchen Länder, die die freie Presse unterdrücken, die Interpol-Meldungen über „gesuchte Personen“ dazu, geflohene Journalisten aufzuspüren und zum Schweigen zu bringen. Seit Juli haben die Menschenrechtsorganisationen Fair Trials und Reporter ohne Grenzen auf einige Fälle reagiert, bei denen Journalisten aufgrund von Interpol-Informationen verhaftet und eingesperrt wurden. Zu den Ländern, die solche Maßnahmen ergreifen, gehören Aserbaidschan, Usbekistan, Kasachstan und die Türkei.

Meldungen über gesuchte Personen, zu denen „Bekanntmachungen“ und „Verbreitungen“ zählen, sind Bestandteil der Kernfunktionen von Interpol. Durch solche Meldungen, die weltweit in Polizeidatenbanken gelangen, werden Menschen zu gesuchten Kriminellen erklärt. Sie haben weitreichende Folgen, und können, wie wir gesehen haben, leicht missbraucht werden. In den letzten Monaten wurden beispielsweise Journalisten wie Hamza Yalçin, Fikret Huseynli, Narzullo Akhunzhonov und Can Dündar, die einfach nur ihre Arbeit machen und dafür von ihren Regierungen verfolgt werden, über Interpol zur Fahndung ausgeschrieben.

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