roach124_Mario TamaGetty Images_qanon Mario Tama/Getty Images

Internet Versus Demokratie

NEW HAVEN – Über den gewaltsamen Aufstand am US-Kapitol vom 6. Januar ist viel gesagt worden, und das zu Recht. Die Politik setzt sich mit Fragen der rechtlichen und moralischen Verantwortlichkeit auseinander. Aber die erschreckenden Ereignisse berühren auch einen zentralen Widerspruch moderner Gesellschaften: die Rolle des Internets als Instrument der Demokratiezerstörung.

So hätte es allerdings nicht kommen sollen. Die offene Architektur des Internets wurde von cyber-libertären Futuristen lange als neue demokratisierende Kraft gepriesen. Informationen sind kostenlos und sofort verfügbar - und jeder kann mittlerweile mit einem einfachen Klick abstimmen.

Als bestes Beispiel wird dabei die rasche Erweiterung des öffentlichen Raums angeführt. Von  1990 bis 2018 erhöhte sich die Internetdurchdringung von 1 auf 87 Prozent der US-Bevölkerung und übertraf damit bei weitem den weltweiten Gesamtanstieg im gleichen Zeitraum von null auf 51 Prozent. Die Vereinigten Staaten, die älteste Demokratie der Welt, standen an der Spitze der Bemühungen um die Einführung dieser neuer Technologien der Mitwirkung.

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