emmott38_MANDEL NGANAFP via Getty Images_bidenxi Mandel Ngan/AFP via Getty Images

Böse Krisen

LONDON – Das COP26-Klimawandeltreffen, der jüngste virtuelle Gipfel von US-Präsident Joe Biden mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping und die aktuellen Bemühungen, COVID-19-Impfstoffgleichheit zu erreichen, haben zu unbefriedigenden Ergebnissen geführt. Wer davon enttäuscht ist, muss die Augen für die Welt öffnen, in der wir leben, denn eine solche Enttäuschung ist im momentanen weltpolitischen Umfeld garantiert.

In einem neuen Bericht mit dem Namen Our Global Condition schreiben ich und meine Kollegen von der Global Commission for Post-Pandemic Policy diese Schwierigkeiten der Tatsache zu, dass wir nicht nur unter einer Krise leiden, sondern unter vieren: Fortschritte können nur gemacht werden, wenn wir die Verbindungen zwischen globaler Gesundheit, dem Klimawandel, der Abnahme öffentlichen Vertrauens und demokratischer Legitimität sowie der geopolitischen Instabilität erkennen. Diese Themen sind eng miteinander verknüpft. Sie einzeln zu betrachten wird uns nirgendwo hin führen.

Umweltbelastungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass zoonotische Krankheiten auf Menschen übergreifen und zu Pandemien werden. Dann werden durch die pandemiebedingten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Belastungen Einstellungen und Verhaltensweisen gefördert, die die soziale Solidarität untergraben und es den Regierungen erschweren, öffentliche Zustimmung für intensive Dekarbonisierungsmaßnahmen zu bekommen. In Ländern und politischen Systemen, wo die Folgen der Finanzkrise von 2008 und der Aufstieg der sozialen Medien das Vertrauen in Institutionen und die Autorität der Experten untergraben haben, bleibt die Bewältigung neuer Krisen eine schwere Aufgabe.

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