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Der Zusammenbruch des amerikanischen Verbriefungsmarktes

MÜNCHEN – Es gab einmal eine Zeit, da waren Aktien riskant und besicherte Wertpapiere sicher. Diese Zeit ist vorbei, wie der Zusammenbruch des amerikanischen Marktes für verbriefte Hypothekenkredite gezeigt hat.

Jahrelang wurden Hunderte von Milliarden neuer hypothekenbesicherter Wertpapiere (MBS) und aus ihnen hervorgegangene Collateralized Debt Obligations (CDO) an die Welt verkauft, um die mangelnden Ersparnisse in den Vereinigten Staaten auszugleichen und amerikanische Immobilien zu finanzieren. Doch mittlerweile ist praktisch der gesamte Markt für Neuemissionen solcher Wertpapiere verschwunden – bis auf 3 % des ursprünglichen Marktvolumens.

Um das Verschwinden dieses Marktes und das gleichzeitige Verschwinden der unverbrieften Bankdarlehen an amerikanische Hauseigentümer auszugleichen, werden heute 95 % der US-Hypotheken durch die staatlichen Institute Fannie Mae, Freddie Mac und Ginnie Mae gelenkt. Es gab eine Zeit, als besicherte Wertpapiere sicher waren, es gab aber auch eine Zeit, als Volkswirtschaften mit einem so hohen Maß an staatlicher Intervention als sozialistisch bezeichnet wurden.

Die meisten der hypothekenbesicherten Wertpapiere wurden an Öl exportierende Länder und nach Europa verkauft, insbesondere nach Deutschland, Großbritannien, die Beneluxländer, die Schweiz und Irland. China und Japan hielten sich hingegen eher zurück und verliehen ihr Geld an den Staat.