Das zweite goldene Zeitalter der Industrialisierung

WASHINGTON, DC – “Das goldene Zeitalter der Finanzwelt”, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Barry Eichengreen, “ist nun zu Ende”. Wenn dies wahr ist – und hoffentlich ist es wahr – wird nun wahrscheinlich ein neues goldenes Zeitalter der Industrialisierung folgen.

Mit Ausnahme einiger Ölexportländer ist in der Geschichte noch kein Land ohne Industrialisierung reich geworden. Alle Blicke sollten deshalb jetzt auf die realen Bereiche unserer Volkswirtschaften gerichtet sein. Mit der globalen Finanzkrise in Europa konfrontiert, sehen sich Politiker weltweit einer ungemütlichen Realität gegenüber: Wenn die Industrieländer nicht damit aufhören, sich im Übermaß auf Finanzgeschäfte zu verlassen, und sich nicht statt dessen von Grund auf neu aufbauen, verlieren sie ihren bisherigen Lebensstandard.

Die Weltgemeinschaft muss über die Eurozone und Staatsschuldenkrisen hinaus blicken und die Gelegenheit zur strukturellen Transformation in den realen Sektoren der sich entwickelnden Welt wahrnehmen. Unter struktureller Transformation verstehe ich den Prozess, durch den die Länder auf der industriellen Leiter aufsteigen: Im Zuge des Produktionsfortschritts bewegen sich die Arbeitskräfte hin zu Produktionssektoren mit höherer Wertschöpfung.

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