France chicken farm Fred Tanneau/Stringer

Was kostet unser Hunger nach Fleisch wirklich?

BERLIN – Die Art und Weise, wie wir uns in der industrialisierten Welt ernähren, ist ungesund, ungerecht und nicht nachhaltig. Viel zu viel von dem Fleisch, das wir konsumieren, wird unter höchst fragwürdigen ökologischen, ethischen und sozialen Umständen produziert. Und nun wird dieses Modell der industriellen Fleischproduktion in den globalen Süden exportiert, insbesondere nach Indien und China, wo der Fleischkonsum der sich herausbildenden Mittelschicht kontinuierlich steigt.

Weltweit werden jährlich rund 300 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Laut Schätzungen der UN-Welternährungsorganisation wird diese Menge bis 2050 auf 455 Millionen Tonnen steigen, wenn die globale Nachfrage weiter im bisherigen Tempo wächst. Derart große Mengen Fleisch lassen sich nur im industriellen Rahmen und damit einhergehenden hohen sozialen, politischen und ökologischen Kosten produzieren.

Die Fleischproduktion stellt eine enorm ineffiziente Nutzung von Landwirtschaftsfläche dar, weil erheblich mehr pflanzliches Tierfutter benötigt wird, um Fleisch zu produzieren, als wir Lebensmittel brauchen würden, um uns unmittelbar pflanzlich zu ernähren. So erfordert beispielsweise die Produktion von einem Kilo Hühnerfleisch 1,6 Kilogramm pflanzliches Tierfutter-, Schweine- oder Rindfleisch sogardrei bzw. acht Kilogramm. Dies setzt Bauern und Produzenten von Tierfutter einer erbitterten Konkurrenz um Land aus.

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