ghosh49_XAVIER GALIANAAFP via Getty Images_indiaheatwave Xavier Galiana/AFP via Getty Images

Murksen, während Indiens Arbeiter brennen

NEU DELHI – Kim Stanley Robinsons vorausschauender Science-Fiction-Roman Das Ministerium für die Zukunft beginnt mit der Beschreibung einer großen Hitzewelle in einer nordindischen Stadt, der Millionen von Menschen zum Opfer fallen. Der Roman spielt einige Jahrzehnte in der Zukunft. Doch angesichts der Tatsache, dass die Menschen in Nord- und Zentralindien und Pakistan seit Ende März unter einer beispiellosen Hitzewelle leiden, erscheint er erschreckend aktuell.

Im April, normalerweise eine Zeit des späten Frühlings mit durchschnittlichen Höchsttemperaturen von höchstens 35 ° Celsius, lagen die Tagestemperaturen in Neu-Delhi bei über 46 °C. Vielerorts in der Region liegen die Temperaturen seit zwei Monaten um die 45 °C und erreichten am 30. April 49 °C in Jacobabad, Pakistan, und 47,2 °C in Banda in Zentralindien. Dies war das wärmste Aprilwetter seit mindestens 120 Jahren.

Obwohl die Hitze seit Anfang Mai etwas nachgelassen hat, hat die heiße Jahreszeit in der Region gerade erst begonnen. Meteorologen sagen bereits voraus, dass die Temperaturen im Sommer in weiten Teilen Südasiens auf über 50 °C steigen werden, was zum Teil auf die geringeren Niederschläge in diesem Zeitraum zurückzuführen ist. Die Auswirkungen können tödlich sein, denn die Kombination aus extremer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit kann dazu führen, dass der Schweiß nicht mehr verdunstet und der Körper nicht mehr in der Lage ist, sich abzukühlen.

To continue reading, register now.

As a registered user, you can enjoy more PS content every month – for free.

Register

or

Subscribe now for unlimited access to everything PS has to offer.

https://prosyn.org/jQoT8YAde