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Die Umsetzung von Außenpolitik

NEW YORK – Der Filmemacher Woody Allen hat einmal gesagt: „80% des Lebens besteht darin, irgendwo zu erscheinen.“ Über die Prozentzahl kann man sicher diskutieren, aber was wichtig ist, ist Allens Einsicht: Man muss sich am Spiel beteiligen, also ein Mitspieler werden, um überhaupt eine Chance zu haben, seine Ziele zu erreichen.

Das Gleiche gilt für die Angelegenheiten der Weltpolitik. Wenn 80% des Lebens aus Erscheinen besteht, besteht der gleiche Prozentsatz der Außenpolitik aus Nachverfolgen. Kluge Pläne, gute Absichten und starke Verhandlungsfähigkeiten sind wichtig, reichen aber nicht annähernd aus. Wie im Geschäft, in der Ausbildung und in vielen anderen Lebensbereichen hängt ein Großteil des Erfolgs – oder Misserfolgs – von der Umsetzung und Durchführung ab.

2016 und in den Jahren danach wird diese Beobachtung mehr als einmal auf dem Prüfstein stehen. Ein hervorstechendes Beispiel dafür ist die Transpazifische Partnerschaft (TPP), das Handelsabkommen, das am 12. Oktober von zwölf asiatischen und amerikanischen Anrainerstaaten des Pazifik unterschrieben wurde. Tritt das Abkommen in Kraft, wird dadurch der Welthandel ausgeweitet und das Wirtschaftswachstum angekurbelt. Ebenso werden Verbindungen der Vereinigten Staaten zu ihren regionalen Verbündeten gestärkt, die sonst versucht wären, sich stärker an China anzunähern.

Dazu muss das Abkommen allerdings in den meisten der zwölf Unterzeichnerländern gesetzlich ratifiziert werden. Von Bedeutung wird insbesondere die Entwicklung in den USA und Japan sein, der größten und der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. In der Tat blicken jetzt alle auf die USA.