11

Die Eurokrise des IWF

OXFORD – In den vergangenen Jahrzehnten hat der Internationale Währungsfonds sechs wichtige Lektionen über das Management von Staatsverschuldung gelernt. In seiner Reaktion auf die Krise in Griechenland hat er jedoch jede einzelne dieser Lektionen missachtet.

Die Beteiligung des Fonds an den Bemühungen um die Rettung der Eurokrise mag ihm in Europa Prestige und Gunst eingebracht haben. Aber sein Scheitern und das seiner europäischen Mitglieder, die eigenen bewährten Verfahren zu befolgen, kann sich noch als fataler Fehltritt herausstellen.

Eine wichtige Lektion, die beim griechischen Debakel ignoriert wurde, ist, dass wenn ein Rettungspaket notwendig wird, dieses nur einmal und endgültig gewährt werden darf. Der IWF lernte das 1997, als ein unzureichendes Rettungspaket für Südkorea eine zweite Verhandlungsrunde notwendig machte. In Griechenland ist es sogar noch schlimmer, da das aktuell diskutierte Paket über 86 Milliarden Euro der Nachfolger eines Pakets über 130 Milliarden Euro von 2012 ist, das wiederum einem Paket über 110 Milliarden Euro von 2010 folgte.

Der IWF alleine hat einen sehr begrenzten Spielraum. Seine Kredite sind auf ein Vielfaches des Anteils eines Landes am Fondskapital beschränkt, und gemessen an diesem Prinzip sind die Kredite an Griechenland höher als jeder andere in der Geschichte der Organisation. Regierungen der Eurozone sind jedoch an diese Einschränkung nicht gebunden und hätten alle Freiheit gehabt, ein nachhaltiges Programm aufzulegen.