A student shows a combo pictures of three dictators, Austrian born Hitler, Castro and Stalin with Viktor Orban Attila Kisbenedek/Getty Images

Die gescheiterte Lügenkampagne der ungarischen Regierung

NEW YORK – Im Oktober hat die ungarische Regierung einen Fragebogen an alle vier Millionen Haushalte des Landes verschickt und die Bürger um ihre Meinung zu sieben Aussagen gebeten, die meinen vermeintlichen Plan beschreiben, Europa ‒ und insbesondere Ungarn ‒ mit muslimischen Migranten und Flüchtlingen zu „überschwemmen“. Die Regierung hat sieben Behauptungen zu einem sogenannten „Soros-Plan“ aufgestellt. Ich habe jede einzelne widerlegt, indem ich auf Äußerungen meinerseits verweise, die veröffentlicht worden sind, oder auf den Umstand, dass ich keine Äußerungen abgegeben habe, die diese Behauptungen untermauern könnten.

Jetzt hat die Regierung die angeblichen Ergebnisse ihrer „nationalen Konsultation“ zu meinem Phantom-Plan veröffentlicht und behauptet, die Aktion sei ein beispielloser Erfolg gewesen. Ich überlasse es der ungarischen Öffentlichkeit zu entscheiden, ob und inwieweit die Teilnehmerzahl in Höhe von 2.301.463 Personen (bei insgesamt 9,8 Millionen Einwohnern) überhöht ist. Es sollte möglich sein, die Teilnehmerliste einzusehen und zu überprüfen, ob sie tatsächlich teilgenommen haben. Ich möchte mich stattdessen auf den Wahrheitsgehalt der Kampagne konzentrieren.

Die nationale Konsultation und die Veröffentlichung der Ergebnisse sind die jüngsten Elemente einer massiven, anhaltenden Propagandakampagne, die von ungarischen Steuerzahlern finanziert wird und einer zutiefst korrupten Regierung zugutekommt, die bestrebt ist, die Aufmerksamkeit von ihrem Versagen abzulenken, die berechtigten Erwartungen der ungarischen Bürger insbesondere an das Bildungs- und Gesundheitswesen zu erfüllen. Die Kampagne hat im Sommer begonnen, als öffentliche Plätze mit Plakaten meines grinsenden Gesichts in Großaufnahme gepflastert wurden, versehen mit der Bildunterschrift „Lassen wir nicht zu, dass Soros zuletzt lacht“.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To access our archive, please log in or register now and read two articles from our archive every month for free. For unlimited access to our archive, as well as to the unrivaled analysis of PS On Point, subscribe now.

required

By proceeding, you agree to our Terms of Service and Privacy Policy, which describes the personal data we collect and how we use it.

Log in

http://prosyn.org/k8ilPrq/de;

Handpicked to read next

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.