decroo1_MANAN VATSYAYANAAFP via Getty Images_wind turbine man MANAN VATSYAYANA/AFP via Getty Images

Mit der menschlichen Natur gegen den Klimawandel

BRÜSSEL – Die Coronapandemie und die globale Erwärmung bedrohen beide unser Überleben und beide sind im Kern Gesundheitskrisen. Sie haben aber noch mehr gemeinsam als nur die Typologie. Wir können sie auch auf ähnlichem Weg überwinden – indem wir nicht gegen unsere menschliche Natur arbeiten, sondern mit ihr.

A und O der Klimapolitik ist die Senkung der Treibhausgasemissionen: Die Europäische Union hat sich verpflichtet, sie bis 2030 um 55 % zu kürzen und bis 2050 klimaneutral zu werden. Wenn wir diese ehrgeizigen Ziele hören, denken wir als erstes, wir sollten weniger Fleisch essen, seltener fliegen, mehr Dinge wiederverwenden und uns von der Überzeugung verabschieden, dass das BIP ständig weiterwachsen muss. Aus dieser Perspektive bedeutet die Senkung der Treibhausgasemissionen scheinbar Abstriche bei unserem heutigen Lebensstandard.

In ähnlicher Weise haben wir Corona anfangs durch Einschränkungen des Soziallebens, die Schließung von Läden und Unternehmen und Eingriffe in die bürgerlichen Freiheitsrechte bekämpft. Das heißt weniger Kontakte und weniger Einkäufe. Allerdings wurde schnell klar, dass dies nur vorübergehende Notfallmaßnahmen sein können. In unsere liberalen westlichen Gesellschaften kann man die Menschen – zum Glück – nicht in ihren Wohnungen einsperren.

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