Migrants Arriving in Lampedusa Noborder Network/Flickr

Migrationsrealismus

GENF – Immer häufiger spielen sich im Mittelmeer und in den Gewässern Südostasiens Szenen von Tod und Elend ab, und so ist eine der ältesten Aktivitäten des Menschen erneut in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt: Migration. Es ist an der Zeit, die Realität zu akzeptieren, dass sich die Ebbe und Flut menschlicher Wanderbewegungen ebenso wenig aufhalten lässt, wie die Wellen auf den Meeren, die viele der Migranten überqueren. Aus diesem Grund muss die internationale Gemeinschaft Migration mit Verständnis und Mitgefühl steuern.

Heute leben und arbeiten rund 250 Millionen Migranten auf aller Welt, und in den kommenden Monaten und Jahren werden sicherlich viele weitere hinzukommen. Wir müssen politische Strategien entwickeln, die die Migrationsströme auf eine Art und Weise steuern, die den Herkunfts-, Transit- und Zielländern der Menschen zugutekommt. Und natürlich müssen wir das Wohlergehen der Migranten selbst gewährleisten. Hierfür müssen in vier Bereichen Maßnahmen ergriffen werden.

Erst einmal sollten die Regierungschefs der Zielländer – ob in Europa, Afrika, auf dem amerikanischen Kontinent, in Asien oder Ozeanien – den Verzweifelten und Elenden nicht den Rücken zuwenden. Migration stellt viele gewählte Mandatsträger vor ein komplexes politisches Dilemma: Sie sollen die Forderungen ihrer Bürger und die Interessen der Migranten miteinander vereinbaren. Sie müssen den Mut aufbringen, für eine humane Migrationspolitik einzutreten.

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