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Wie sich die Euro-Krise lösen lässt

NEW YORK: Eine umfassende Lösung für die Eurokrise muss drei Hauptkomponenten aufweisen: eine Reform und Rekapitalisierung des Bankensystems, ein Eurobondregime und einen Ausstiegsmechanismus.

Zunächst zum Bankensystem. Der Vertrag von Maastricht der Europäischen Union war lediglich darauf ausgelegt, Ungleichgewichte im öffentlichen Sektor zu bewältigen; wie sich freilich gezeigt hat, waren die Exzesse im Bankensektor deutlich schlimmer. Die Einführung des Euro führte zu Immobilienbooms in Ländern wie Spanien und Irland. Die Banken im Euroraum entwickelten sich zu den am stärksten überschuldeten Banken der Welt – und wurden vom Crash 2008 am stärksten getroffen. Nach wie vor bedürfen sie dringend des Schutzes vor der drohenden Insolvenz.

Als erster Schritt wurde kürzlich die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) ermächtigt, neben Staaten auch Banken zu retten. Weitere Schritte müssen folgen. Das Eigenkapital der Banken muss dringend deutlich erhöht werden. Und wenn eine europäische Behörde die Solvenz von Banken garantieren soll, muss sie sie auch beaufsichtigen.

Eine europäische Bankbehörde würde die inzestuöse Beziehung zwischen Banken und Regulierern aufbrechen, die den Exzessen, die die gegenwärtige Krise angeheizt haben, zugrunde lag. Und sie würde sehr viel weniger in die nationale Souveränität eingreifen als die Unterordnung der nationalen Fiskalpolitik unter eine EU- oder euroraumweite Behörde.