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Wie man beim Stimulieren der Wirtschaft scheitert, ohne es wirklich versucht zu haben

CAMBRIDGE: Debatten über die Reform der Versorgungsseite werden häufig auf Schlagworte reduziert: flexibler Arbeitsmarkt, Deregulierung und mehr Wettbewerb. Auch wenn Übereinstimmung darüber herrscht, was zu tun ist, passiert für gewöhnlich trotzdem nicht viel.

Nehmen Sie einmal an, Sie seien ein Wirtschaftsminister, der die Versorgungsseite seiner Wirtschaft ernsthaft verbessern möchte, dem es aber an Ideen mangelt, was zu tun. Eine interessante Antwort liefert eine Forschungsgruppe der Harvard University, die von Andrei Shleifer organisiert worden ist, einem ausgezeichneten Wirtschaftswissenschaftler, der sich darauf konzentriert, wie Regierungen das Wirtschaftsleben unnötig erschweren.

Die Untersuchung Shleifers prüft 75 Länder und fragt danach, wie viele formelle Schritte nötig sind, um (legal und ohne Bestechungsgelder) eine neues Unternehmen zu gründen; welcher Zeitraum dafür gebraucht wird; und schließlich, wie hoch die Kosten sind. Denn wenn ein Land die Gründung von Unternehmen erschwert, sollte man nicht überrascht sein, wenn neue Unternehmen nur dünn gesät sind. Und wenn keine Unternehmen gegründet werden, wo sollen dann Wachstum und neue Arbeitsplätze herkommen?

Die Tabelle vermittelt einen Eindruck von der Odyssee, die damit verbunden ist, ein Geschäft zu gründen: Der Durchschnitt der 75 untersuchten Länder weist mehr als zehn unterschiedliche Schritte zum Erlangen verschiedener Bescheinigungen auf; desweiteren ist eine Gesamtzeit von 63 Tagen nötig, um die Papierarbeit zu erledigen (wenn man von keinerlei bürokratischen Verzögerungen ausgeht); darüber hinaus sind Gesamtzahlungen in Höhe eines Drittels des Jahreseinkommens an die jeweiligen Regierungen erforderlich.