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Der Wettbewerbsfaktor

BRÜSSEL/MEXIKO-STADT – Seit Beginn des globalen Wirtschaftsabschwungs im Jahr 2008, konzentriert sich die Debatte auf makroökonomische Strategien und Instrumente, mit denen die Krise bewältigt und die Erholung gefördert werden kann. Doch so wichtig die Korrektur von Ungleichgewichten und die Bewältigung kurzfristiger Abschwünge oder Rezessionen auch ist, sollte dies nicht über die Notwendigkeit der Schaffung langfristiger Bedingungen für ein solides und nachhaltiges Wirtschaftswachstum hinwegtäuschen.

Bislang fungierten makroökonomische Strategien sowohl als Sündenbock für die wirtschaftliche Misere, als auch als Hoffnungsträger zu deren Überwindung.  Dennoch sollten wir ebenso großes Augenmerk auf mikroökonomische Probleme lenken – wie schlechte Anreize, Marktversagen und regulatorische Defizite – die uns diese Krise überhaupt erst eingebrockt haben.

In dem gleichen Maße, wie mikroökonomische Probleme auf dem Finanzsektor zu einer Kreditklemme führten und eine globale Rezession schürten, sind mikroökonomische Faktoren auch der Schlüssel zur Erholung. In vielen Ökonomien muss der Finanzsektor wiederhergestellt und die Kreditvergabe wieder in Gang gebracht werden. In noch viel zahlreicheren Volkswirtschaften allerdings muss die Produktivität gesteigert werden, um das Wachstum anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.

Manche Branchen leiden unter kontraproduktiver und wenig durchdachter Regulierung, anderen wiederum macht das monopolistische Verhalten dominanter Unternehmen zu schaffen oder die Abwesenheit des effektiven Wettbewerbs sowie der  Transparenz auf dem Versorgungssektor und im Bereich der Finanzdienstleistungen. Die Lösung dieser Probleme würde uns helfen, wieder auf den Weg in Richtung Wachstum und Wohlstand für alle zurückzukehren.