0

Kuhhandel und Klimawandel

AMSTERDAM: Wenn der Panda lächelt, applaudiert die Welt – so sah es zumindest nach der jüngsten Rede des chinesischen Präsidenten Hu Jintao vor den Vereinten Nationen aus. Danach zu urteilen, wie ein Großteil der Medien über seine Äußerungen berichtete, schien es, als ob China tatsächlich eine wichtige Ankündigung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen gemacht hätte. Was nicht der Fall war.

In Wirklichkeit hatte Präsident Hu lediglich erklärt, dass sich China „bemühen“ würde, seine Kohlenstoffemissionen „beträchtlich“ einzuschränken. Aber wie misst man „bemühen“ oder „beträchtlich“? Wie mir jemand mit engen Verbindungen zur chinesischen Regierung auf entsprechendes Nachbohren erklärte: „Was da geäußert wurde, war tatsächlich ziemlich nichtssagend.“

Tatsächlich wurden keinerlei spezifische Zielwerte erwähnt, und wie alle Chinabeobachter wissen, ist das „Ergrünen“ der Regierung ein alter Hut. Offizielle chinesische Politik der letzte Jahre war, ein grüneres BIP-Wachstum anzustreben – aber nicht auf Kosten des Wachstums selbst, und China plant, ziemlich schnell zu wachsen.

Aber zumindest hat der Panda gelächelt. Der arme Barack Obama hatte nicht einmal das zu bieten. Er gab kein Versprechen zur Senkung der US-Emissionen, und angesichts bereits laufender stimmenzehrender Kämpfe über die Gesundheitsreform fragt man sich, wie viel Zeit und Energie Obama für ökologische Notwendigkeiten haben wird.