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Heimatlos im Irak

Amerikanische Beamte berichten, dass die Anzahl religiös motivierter und anderer Morde seit Beginn der Truppenverstärkung im Irak gesunken sei. Zwar ist die Anzahl der Morde in der Tat gesunken, doch bedeutet das, dass der Irak wirklich sicherer ist?

Am prägnantesten verdeutlicht die Anzahl der Menschen, die aus ihren Häusern und Wohnungen fliehen, die Unsicherheit im Irak. Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Zahl seit Juli monatlich um 60.000 gestiegen ist. Nach der besten Schätzung wohnen ca. 16 % der irakischen Bevölkerung, d. h. einer von sechs Irakern, nicht mehr in ihrem Zuhause.

Ungefähr die Hälfte derer, die geflohen sind, hat ebenfalls das Land verlassen, das bedeutet zwei Millionen Flüchtlinge. Danach bleiben weitere zwei Millionen übrig, die sich im Land auf der Flucht befinden und für die sich eine humanitäre Tragödie abzeichnet.

Es gab internationale Berichte und Spendenaufrufe, um die irakischen Flüchtlinge in Syrien und Jordanien zu unterstützen, aber die Inlandsflüchtlinge erhielten weniger Aufmerksamkeit, obwohl sie aufgrund ihrer Nähe zum Konflikt und der mangelhaften Grundversorgung im Irak noch gefährdeter sind. Sie sind in der Regel weniger sichtbar, und es ist schwieriger für Spender und Organisationen, ihnen zu helfen.