Wie man Wohltätigkeitseinrichtungen rechenschaftspflichtig macht

Nehmen wir mal an, Sie sind betroffen, weil in Afrika Kinder an vermeidbaren Krankheiten sterben. Nun möchten Sie einer Wohltätigkeitsorganisation Geld spenden, die dafür arbeitet, die Zahl der Opfer zu verringern. Doch es gibt viele derartige Organisationen. Wie treffen Sie Ihre Wahl?

Viele Menschen fragen bei wohltätigen Organisationen zuerst: „Wie viel von meiner Spende wird für Verwaltungszwecke ausgegeben?“ In den USA ist diese Zahl problemlos bei Charity Navigator erhältlich, einer Website mit fünf Millionen Usern. Doch die Informationen sind Formularen entnommen, die die die Wohltätigkeitsorganisationen selbst ausfüllen und an das Finanzamt schicken. Keiner überprüft die Formulare, und der Anteil für Verwaltungs- und Programmkosten lässt sich mit etwas kreativer Buchführung problemlos schönen.

Schlimmer noch ist, dass die Zahlen, selbst wenn sie stimmen, nichts über die Wirksamkeit der Organisation aussagen. Der Druck, die Verwaltungskosten niedrig zu halten, kann die Effektivität einer Organisation beeinträchtigen. Wenn etwa eine Hilfsagentur, die sich bemüht, die Armut in Afrika zu bekämpfen, Fachkräfte entlässt, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass finanzierte Projekte fehlschlagen. Möglicherweise weiß die Agentur nicht einmal, welche Projekte fehlschlagen, denn deren Auswertung und das Lernen aus Fehlern erfordert Mitarbeiter – und das erhöht die Verwaltungskosten.

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