Pedro Molina

Den Armen Hilfe zur Selbsthilfe geben

HELSINKI – Eine der ersten Folgen der gegenwärtigen globalen Rezession ist, dass viele Geberstaaten ihre Entwicklungshilfeprogramme kürzen. Vor seinem Amtsantritt hatte Präsident Barack Obama versprochen, die amerikanische Auslandshilfe von 25 Milliarden Dollar auf 50 Milliarden Dollar zu verdoppeln, doch seitdem hat Vizepräsident Joe Biden darauf hingewiesen, dass diese Verpflichtung aufgrund des Abschwungs wahrscheinlich langsamer erreicht wird.

Hier in Finnland haben unsere Hilfsleistungen in den frühen 1990er Jahren um 62 % abgenommen – diesen Zeitraum nennen die Finnen immer noch „Die Depression“. Japans Auslandshilfe ging um 44 % zurück, als es dem Land schlecht ging. Der aktuelle weltweite Konjunkturrückgang könnte zu einem Einbruch der öffentlichen Entwicklungshilfe (Official Development Assistance, ODA) um 30 % führen.

Ebenso ist absehbar, dass die Geberländer die ständig steigenden Ausgaben der 14 Friedensmissionen der Vereinten Nationen auf der ganzen Welt genau unter die Lupe nehmen werden. Die Gesamtkosten für alle UNO-Einsätze in den 12 Monaten bis Mitte 2008 beliefen sich auf 6,7 Milliarden Dollar, ungefähr das Doppelte der Summe von vor 15 Jahren. Man kann sich nur zu gut die gravierenden Folgen ausmalen, wenn Einsätze, die ohnehin schon dünn verteilt sind, weiter gekürzt werden. Man erinnere sich daran, dass dem Völkermord in Ruanda ein ähnlicher Mangel an Enthusiasmus für die Finanzierung der UNO-Mission dort vorausging. Die jüngsten Ereignisse im Kongo und anderswo deuten darauf hin, dass es keinen Raum für Selbstzufriedenheit gibt.

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