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Die Welt scheitert immer noch an der Pandemievorsorge

SHARM EL-SHEIKH – Die COVID-19-Pandemie ist – mit einer (immer noch steigenden) Zahl von 14,9 Millionen Opfern – eine der tödlichsten Katastrophen der jüngsten Geschichte. Sie hat schätzungsweise 100 Millionen Menschen in die Armut getrieben und die Ziele Nachhaltiger Entwicklung für 2030 gebremst – nicht zuletzt das dritte von ihnen: Gesundheit und Wohlergehen für alle.

Trotz der massiven pandemiebedingten Kosten haben die G20 und die internationalen Finanzinstitutionen immer noch kein Rahmenwerk zur Vorbereitung und Reaktion auf Pandemien (pandemic preparedness and response, PPR) erstellt, um die nächste globale Gesundheitskrise meistern zu können. In vielen Ländern werden die Gesundheitsausgaben zurückgefahren (oder auf einem unzureichenden Niveau belassen), während die vom Internationalen Währungsfonds propagierte Sparsamkeit wieder modern wird. Bis nächstes Jahr werden 85% der weltweiten Bevölkerung die Folgen dessen spüren, dass weniger in öffentliche Dienste und die Möglichkeiten des öffentlichen Sektors investiert wird.

Nur zweieinhalb Jahre nach dem Beginn der Pandemie wird die Gesundheit wieder als kurzfristiger Kostenfaktor betrachtet, statt als langfristige Investition zu gelten, die für das wirtschaftliche Wohlergehen und die Resilienz von entscheidender Bedeutung ist. Im Zuge dessen, dass sich die weltweiten Politiker auf Themen wie Inflation und Ernährungsunsicherheit konzentrieren, vergessen sie, dass die heutigen wirtschaftlichen und finanziellen Krisen Nebenprodukte eines globalen Gesundheitsnotstands sind, der immer noch auf seine Lösung wartet.

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