Vielflieger des Gesundheitswesens

NEW YORK – Diejenigen unter Ihnen, die den (amerikanischen) Film „Up in the air“ gesehen haben, werden sich an die Szene erinnern, in der George Clooney Vera Farmiga trifft. Er ist Unternehmensberater im Personalbereich, der kreuz und quer durch das Land fliegt und zögerlichen Managern die Entlassung von Mitarbeitern abnimmt; sie ist sein weibliches Road Warrior-Gegenstück. Ihr Liebeswerben entspinnt sich um Kundenkarten. Er zückt seine American Airlines Executive Platinum-Karte. Hat sie auch. Als nächstes präsentiert er seine Diamond VIP Hilton HHonors-Karte; seelenruhig klatscht sie auch ihre auf den klapprigen Tisch, auf dem ihre Drinks stehen.

Die Botschaft dahinter: Bonuspunkte machen dich sexy. Fluglinien und Hotels wissen das seit langem. Dean Margolis, der vor langer Zeit als Berater für große Fluglinien arbeitete, wendet diese Methoden nun auch im Bereich des gesunden Lebensstils an. Er erinnert sich, wie er sich einst fragte, wie man Geschäftsleute dazu bringen könnte ein bisschen mehr zu fliegen. Nicht etwa, indem man ihnen Preisnachlässe bot, von denen zwar die Firma aber nicht der Mitarbeiter profitierte. Margolis fragt: „Wenn der Boss sagt ‚Wer fliegt mit mir nach Philadelphia?’, stellt sich die Frage, wie man zwei statt einen Mitarbeiter dazu bringt, mitzufliegen, wenn diese dafür ihre Familien zurücklassen und sich am Flughafen anstellen müssen und womöglich im Flieger auch noch einen Mittelsitz bekommen....”

Das funktioniert natürlich mit Bonuspunkten. Die Aussicht, am Kundenschalter der Fluglinie erkannt und nach vorne gebeten zu werden und, ja, auch an der Flughafenbar wie ein großes Tier zu erscheinen, wirkt.  

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