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Die Voraussetzungen für Bretton Woods

PRINCETON – Der siebzigste Jahrestag der Konferenz von Bretton Woods, auf der die Weltbank und der Internationale Währungsfonds gegründet wurden, verdeutlicht durch seine Nähe zu historischen Jahrestagen wie dem der Landung der Alliierten in der Normandie, wie ehrgeizig die Organisatoren dieser Konferenz waren. Inmitten großer Unruhen versuchten sie, auf internationaler Ebene einen stabilen geldpolitischen Rahmen zu schaffen, der als Grundlage einer friedlichen Weltordnung dienen konnte. Und ihre Bemühungen waren erfolgreich – zumindest für eine Weile.

Bretton Woods bleibt weiterhin faszinierend: Drei aktuelle Bücher zum Thema konnten einen beachtlichen kommerziellen Erfolg erzielen. Was macht eine Veranstaltung, auf der eine Gruppe von überwiegend Männern über Geld redet, so spannend?

Natürlich gab es einige pikante Ereignisse wie den Tanz der Ehefrau von John Maynard Keynes, einer russischen Ballerina, der den US-Finanzminister wach hielt, und Spionagevorwürfe der Sowjetunion gegen Harry Dexter White, den amerikanischen Hauptverhandlungsführer. Aber das wahre Drama der Konferenz lag in der systematischen Entwicklung einer institutionellen Struktur als Grundlage globaler Stabilität und weltweiten Wohlstands für mindestens drei Jahrzehnte.

Die institutionelle Vision war mit einem weltweiten Sicherheitssystem verbunden. Tatsächlich handelte es sich bei den dauerhaft im IWF-Exekutivkomitee vertretenen fünf Großmächten – den Vereinigten Staaten, der Sowjetunion, Großbritannien, China und Frankreich – um dieselben Länder, die auch über permanente Sitze im UN-Sicherheitsrat verfügten.