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Hamas legt sich mit den Radikalen an

GAZA CITY – Die jüngsten Kämpfe im Gazastreifen zwischen Sicherheitsbeamten der Hamas und Kämpfern der radikalen dschihadistischen Gruppe der Krieger Gottes haben die heftige Spannung zutage gefördert, die die palästinensischen Islamisten spalten. Zweiundzwanzig Menschen starben, unter ihnen auch der Anführer der Dschihadisten, Abdel Latif Mussa. Palästinensische Sicherheitskräfte bezweifeln, dass dies die letzten Opfer gewesen sind.

Seitdem die Hamas vor mehr als zwei Jahren die Macht im Gazastreifen übernommen hat, gilt dieser als wesentlich traditioneller und konservativer als das Westjordanland. Auf der politischen Karte des Gazastreifens ist die Hamas jedoch eine moderate islamistische Gruppierung, die einen Extremismus im Stile al-Qaidas ablehnt und jetzt damit konfrontiert wird, dass radikal-islamistische Gruppen zunehmend Unterstützung finden. Die Kämpfe in der Moschee zeigen, dass die Hamas diese Gruppen unnachgiebig verfolgen wird.

Verschiedene extremistische Salafi-Gruppen sind seit Jahren im Gazastreifen aktiv. Salafis, die ihren Namen aus dem arabischen Begriff für „rechtschaffene Vorfahren“, „Salaf as-salih“, ableiten, setzen sich für die Rückkehr zu dem ein, was für sie die reine Lehre der ersten Muslime war.

Die Hamas hat in der Vergangenheit mit einigen Salafis zusammengearbeitet, in der Annahme, sie würden sich ihr unterordnen. Die Armee des Islam war an der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Shalit im Juni 2006 beteiligt. Die Gruppe hat auch Verantwortung für die Entführung des Korrespondenten der BBC für den Gazastreifen, Alan Johnston, übernommen, der später nach Verhandlungen, die von der Hamas geleitet wurden, freigelassen wurde.