0

Die wahren Feinde der Hamas

JERUSALEM: Im Iran bieten Elemente innerhalb des Regimes angeblich eine Belohnung von einer Million Dollar für die Ermordung des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak wegen dessen Opposition gegenüber der Hamas im Gazastreifen. Im Libanon fordert der Führer der vom Iran und von Syrien unterstützten Hisbollah „nur“ den Sturz der ägyptischen Regierung.

Als Reaktion hierauf hat der saudische Chefredakteur der Zeitung Al-Sharq al-Awsat , Tariq Alhomayed, die Hamas als Werkzeug des Iran beschrieben und argumentiert, der Iran sei „eine echte Bedrohung der arabischen Sicherheit.“

Derselben Ansicht ist auch Ägyptens Außenminister Ahmed Aboul Gheit und steht damit nicht allein. Auf einer Tagung arabischer Staaten zur Diskussion der Gazakrise legte Saudi-Arabien sein Veto gegen jede Form des Eingreifens ein. Selbst die Palästinenserbehörde macht die Hamas für die Kämpfe verantwortlich. Die Aktivisten der Fatah – die nationalistischen Rivalen der Hamas, die die Palästinenserbehörde kontrollieren – machen kein Geheimnis aus ihrer Hoffnung, dass die Hamas den Krieg verlieren möge.

Willkommen im neuen Nahen Osten, der nicht mehr vom arabisch-israelischen Konflikt, sondern von einem arabisch-nationalistisch/islamistischen Konflikt geprägt ist. In Anerkenntnis dieser Realität hoffen praktisch alle arabischen Staaten mit Ausnahme des mit dem Iran verbündeten Syriens – und auch die Palästinenserbehörde –, dass die Hamas im Gazastreifen eine Niederlage erleiden möge. Angesichts ihres ausgeprägten Eigeninteresses am Scheitern der islamistischen Gruppen (und insbesondere jener, die mit dem Iran verbunden sind) sind sie nicht geneigt, dem Ruf der „Straße“ zu folgen – die übrigens bisher viel ruhiger geblieben ist als bei früheren Konflikten wie dem Krieg in Kuwait 1991, dem Palästinenseraufstand der Jahre 2000-2004 oder dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah 2006.